Myofasziale Therapie


Myofasziale Triggerpunkt Therapie


 

Definition

Ein Triggerpunkt (TrP) ist - dem Wortsinn entsprechend - ein Punkt, von dem aus die dem Patienten bekannten Symptome, meistens in Form von fortgeleiteten Schmerzen (Refered Pain), ausgelöst werden (engl."trigger" - auslösen).
(vgl. Gautschi, 2010, S.1)

Die Triggerpunkttherapie hat als Ziel die Beseitigung sogenannter „myofaszialer Triggerpunkte“. Diese sind lokal begrenzte Verhärtungen in der Skelettmuskulatur, die lokal druckempfindlich sind und von denen übertragene Schmerzen ausgehen können. Rund 80 bis 90 % der Schmerzsyndrome sollen auf derartige Muskulaturverhärtungen zurückzuführen sein.
So ist bspw. ein myofaszialer Triggerpunkt im Schulterheber-Muskel (M. trapezius), der Schmerzen im Hinterkopf/Schläfenbereich auslösen (triggert) kann, auch in den meisten Fällen der Auslöser für jene Schmerzbilder. Die therapeutischen Möglichkeiten richten sich hauptsächlich auf die gezielte Reduktion/Deaktivierung der permanent kontrahierten Muskelfasern sowie die anschließende nachhaltigeProphylaxe dieser dauerhaft verkürzter oder fehlbeanspruchter (ungünstige Arbeitshaltung, mangelhaften Trainingszustand, etc.) Muskeln. (Auszug aus Wikipedia, 2013)

 

(Auszüge aus Triggerpunkte und Muskelfunktionsketten, 2007, 2. Band)
Hrsg. Richter, Hebgen, Hippokrates Verlag

Typen von Triggerpunkten  

Aktive Triggerpunkte
• Schmerzen in Ruhe und bei muskulärer Belastung
• Können sich zu latenten umwandeln

Latente Triggerpunkte
• Schmerzen nur bei Palpation
• Können in aktive Triggerpunkte transformiert werden - Faktoren =
  Überdehnung, Überlastung

 

Symptome

• Eingeschränkte aktive und/oder passive Beweglichkeit in Dehnung und    
  Verkürzung
• Schwäche des betroffenen Muskels
• Ausstrahlender Schmerz in charakteristischen Mustern - definiert für jeden
  Muskel
• Steifheit besonders nach muskulären Ruhephasen oder Inaktivität -
  Morgensteife, muskulärer Anlaufschmerz
• Symptomatik kann den auslösenden Grund deutlich überdauern
• Vegetative Veränderung in der Zone des Triggerpunktes sind möglich - z.B.
  Störungen der Propriozeption, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Gesteigerte
  Motoneuronenaktivität (höhere Erregbarkeit)

 

Begünstigende Faktoren

• Muskuläre Überlastung
• Direktes Trauma
• Unterkühlung
• Andere Triggerpunkte
• Erkrankung innerer Organe
• Negativer Stress

 

Pathophysiologie der Triggerpunkte

-  Erhöhte Empfindlichkeit von Gruppe III und Gruppe IV Nervenfasern
   (Nozizeptoren)
-  Lokale Spannungserhöhung, ausstrahlender SchmerzAusgelösung -
   Bradykinin, -  Serotonin, Prostaglandine oder Histamin
-  Afferente Impulse können durch ZNS fehlinterpretiert werden und zu
   segmentzugehörigen ausstrahlenden Schmerzen führen

Konvergenzprojektion
1. Afferenter nozizeptiver Impuls aus Hat, Muskel oder inneres Organ wird auf
  Interneuron geschaltet, das für beide Impulse zuständig ist - Weiterschaltung
  auf Efferenz
2. Haut, Muskel bzw. Viszeroafferenz haben eine gemeinsamen Endstrecke
• Afferenzen werden nicht nur direkt weitergeleitet, sondern auch über Tractus
  spinothalimicus ind ZNS
• ZNS kann nicht unterscheiden, ob die Afferenz aus Haut/Muskel oder innerem
  Organ kommt, da ZNS eine Nozizeption als von außen kommend interpretiert
• ZNS ordnet den ausstrahlenden Schmerz zur bewussten Wahrnehmung der
  segmental zugehörigen Haut zu

Konvergenzfaszilitation
• Absenkung der Reizschwelle durch Ionenkanalveränderungen - AP´s können
  leichter ausgelöst werden
• Wird diese Hintergrundaktivität durch eine afferente Reizserie aus einen inneren
  Organ oder einem Triggerpunkt verstärkt (konvergent faszilitiert, und auf ein
  Neuron des Tractus spinothalamicus weitergeleitet, wird der Schmerz als sehr
  stark in der Haut wahrgenommen

Axonverästelungen
• Durch Verästelungen wird der Schmerz als aus dem gesamten
  Innervationsgebiet des Nervs stammend wahrgenommen

Metabolische Entgleisung
• Größerer Energiebedarf bei gleichzeitiger Hypoxie und Energiemangel
• Triggerpunkt können hierdurch entstehen
• Bereits existierende Triggerpunkte können hierdurch unterhalten werden

Muskeldehnungen wirken auf den Metabolismus ein
• Dehnung - bringt kontrakte Sarkomere auf maximale Länge - ATP Verbrauch sinkt - Metabolismus normalisiert sich - Tonus nimmt ab
• Proinflammatorische Zytokinkonzentration nimmt ab
• Sensibilität der Afferenzen normalisiert sich

Der hypertone palpierbare Muskelstrang
• Liegt um den Triggerpunkt herum und ist hyperästhetisch
• Dehnung oder starke Kontraktion können lokale Schmerzen auslösen sowie auch mit Latenz Ausstrahlende
• Überlappen sich Aktin- und Myosinfilamente zu viel oder zu wenig ist die kraft des Muskels reduziert
• Um den Triggerpunkt sind die Sarkomere verkürzt = Kontrakt
• Verlängerte Sarkomere an den myotendinösen Übergängen

Therapie

Ein Trigger-Therapeut ist darin geschult, mit einem Befund (bestehend aus Anamnese, Inspektion und Dehntests) die entsprechenden Triggerpunkte einzugrenzen und im Rahmen der anschließenden Behandlung systematisch und effektiv zu reduzieren. Der therapeutische Effekt ist sofort spürbar. Innerhalb der Behandlung werden die Schmerzbilder des Patienten reproduziert, dies lässt somit einen empirischen Beweis der Zugehörigkeiten zwischen Schmerzbild und Muskel zu. (Auszug Wikipedia 2013)



Myofasziale Therapie mit dem PRIME Physioblade

(IASTM)

  
 
 

Was sind Faszien?
Faszien sind ein kollagenes, faseriges Bindegewebe. Ihre Bestandteile sind Wasser, Kollagen und Zucker – Eiweißverbindungen. Sie sind extrem anpassungsfähig und werden sehr stark durch die täglichen Anforderungen bestimmt. Ihre besondere Anpassungsfähigkeit zeigt sich auch dadurch, dass sie sich innerhalb von 6 Monaten einmal vollständig erneuern.
Zu hohe und einseitige Belastungen führen zu Dehydration (Wasserverlust } und dadurch zum Verlust von Elastizität, Belastungs- und Regenerationsfähigkeit.

Aufgaben und Funktion von Faszien (Wahrnehmung versus Schmerz)
Faszien sorgen für die Verbindung von Knochen, Muskeln und Organen miteinander. Sie sind in verschiedenen Ebenen angeordnet (Haut bis hin zur Umhüllung von Knochen). Sie speichern Kräfte und setzen diese wieder frei.

Neben Muskeln und Gelenkrezeptoren sind auch Faszien als sinnesmeldende Strukturen in die Wahrnehmung des Körpers eingebunden. Die Faszien sind auch in der Lage die Informationen einzelner Strukturen auf benachbarte Muskeln und Gelenke zu integrieren.


Was bedeutet "Instrumentell gestützte Bindegewebsmobilisation?
Instrument Assisted Soft Tissue Mobilisation (IASTM), auf deutsch „Werkzeug unterstützte Bindegewebsmobilisation“ ist eine neue Form der Behandlung der Faszien und des Bindegewebes. Ein neu entwickeltes Werkzeug ermöglicht es dem Therapeuten auf äußerst effiziente Weise, Funktionsstörungen des Bindegewebes zu lokalisieren und zu behandeln.
IASTM wird mit einem ergonomisch geformten Werkzeug (das „Blade“) durchgeführt, mit dessen Hilfe fasziale Restriktionen aufgespürt und behandelt werden können. Es ermöglicht die rasche Lokalisation und Behandlung von Fibrosen, chronischen Entzündungen und Degenerationen.

Keypoints Fasziengewebe
  • Zu hohe und einseitige Belastungen führen zu Dehydration.
  • Verlust von Elastizität, Belastungs- und Regenerationsfähigkeit.
  • Gesamtes System ist hydraulisch organisiert.
  • Extrem anpassbar in Form und Länge.
  • Scherengitterstruktur.
  • Gitteranordnung } für maximale Reißfestigkeit bzw. Dehnung.
  • Bei zu geringen, einseitigen oder zu intensiven Belastungen geht diese verloren.

Viskoelastizität
  • Die Faszien sind bis in die kleinsten Einheiten mit Wasser durchsetzt, besonders die elastischen Anteile.
  • Bei Wassermangel geht die Viskoelastizität verloren } die Dehnbarkeit lässt nach.
  • Es müssen beim Training gezielte Pausen eingelegt werden, um die Rehydration zu gewährleisten.

Anwendungsgebiete
  • Schmerzreduktion bei chronischen Beschwerden am Bewegungsapparat.
  • Bewegungseinschränkungen.
  • Bindegewebige Verklebungen nach Operationen.
    (z.B. Schulter-, Hüft- und Knieprothesen)
  • Narbenbehandlung.
  • Fehlhaltungen.

Vorteile
  • Sichere Identifikation bindegewebiger Adhäsionen
  • Vordringen in tiefe Gewebeschichten möglich
  • Instrumentelle Trennungen von Verwachsungen
  • Nachweisbare Vergrößerung des Bewegungsausmaßes

Kontraindikation
  • Akute Entzündungen
  • Thromboseneigung
  • Blutverdünnende Medikation (Blutungsneigung) – sanfte Anwendung ist möglich


 

Medical Flossing








Was ist "Medical Flossing"?
Mittels Medical Flossing lassen sich nahezu ALLE akuten, subakuten und chronischen Schmerzzustände sowie Bewegungseinschränkungen - vorrangig an den Extremitäten, dem Thorax und des Beckens - positiv beeinflussen !

Bei dieser Methode werden lokal Muskeln / Gelenke abgebunden, um hierdurch eine bessere Gelenkbeweglichkeit zu erreichen. Die Methode eignet sich bei bestehenden Bewegungseinschränkungen unterschiedlicher Ursachen.

Vorteile
  • Normalisierung des Gewebetonus
  • Vergrößerung des Bewegungsausmaßes
  • Schmerzreduktion

Kontraindikationen
  • Lymphatische Erkrankungen
  • Venöse Erkrankungen (insbesondere Thromboseneigung)
  • Akute Entzündungen (z.B. Thombophlebitis)
  • Herzinsuffizienz

Verfügbarkeit
  • 6 Behandlungseinheiten zu je 25 min

Typische Anwendungsbeispiele
  • Achillodynien
  • Z.n. Achillessehnen - Operationen
  • Plantarfasziitis
  • Prellungen
  • Distorsionen des Sprunggelenks
  • Kapsel- und Bandverletzungen jeder Art an allen Gelenken
  • Muskeltonusstörungen
  • Muskelzerrungen und Faserriße
  • Überlastungssyndrome jeder Art (Runners Knee, Jumpers Knee, Epicondylitis etc.)
  • Narbenverklebungen und Verwachsungen - auch Verbrennungsnarben
  • Z.n. Operationen
  • Arthrosen (aller Gelenke)
  • Gelenkschwellungen und Ergüsse
  • Becken - Funktionsstörungen
  • Rippenblockierungen und Dorsalgien

Die 3 Wirkmechanismen
1. ) Schwammeffekt
2.)  Kinetic Resolve
3.)  Subkutane Irritation

Schwammeffekt
  • Blockade des venösen Rückstroms
  • Hemmung des arteriellen Zustroms
  • Zuführung von Stoffwechselendprodukten in das lymphatische System
     (Auspressen durch Kompression)
  • Fluten des Gewebes mit Blut (Hyperämie) und Flüssigkeit (O², ATP, Hormone)
  • Resorption der Synovia im Gelenk

Kinetic Resolve
  • Mechanische Wirkung auf das myofasziale Gewebe
  • Lösen von Crosslinks
  • Reduktion der Bewegungseinschränkung / Zunahme des ROM

Subkutane Irritation
  • Wirkmechanismus über Gate – Control – Theorie
  • Reizung der Mechanorezeptoren durch Druck und Bewegungsimpulse
  • Nozizeptive Inhibition


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