arthro – vital

(Therapie bei Arthrosen/Osteoporose)

  • Einzeltherapie oder Gruppe für Selbstzahler
  • 10 Einheiten zu je 30 min
  • Krankenkassenzuschuss ist möglich


Die konservative Therapie einer Arthroseerkrankung

Thomas Nikolaus (Sportwissenschaftler M.A.)

Koxarthrose, re
Koxarthrose, re
Arthrose, das hat jeder schon einmal gehört, ab einem gewissen Alter gibt es nahezu niemanden mehr, der von ihr verschont bleibt, gehört gewissermaßen zum „normalen“ Erscheinungsbild des Älterwerdens. Sie beginnt, bei dem einen früher, dem anderen später, schleichend, sich über die Jahre hinweg entwickelnd, manch einen traktiert sie auch in kürzerer Zeit bis ins Unerträgliche, um schließlich, im Äußersten, in einer Endoprothese zu enden. Was ist Arthrose eigentlich? Warum trifft sie den einen und verschont den anderen? Alles nur Genetik, oder gibt es doch Bedingungen, die sie begünstigt und in gewisser Weise ihr Fortschreiten geradezu ermöglicht?

Bei einer Arthrose handelt es sich um einen chronisch verlaufenden Prozeß mit primär herdförmigen Schaden des Gelenkknorpels. Später werden die Synovialis (Gelenkinnenhaut), der subchondrale Knochen sowie das gelenkumgebende Gewebe miteinbezogen. Die häufigsten Lokalisationen sind die Kniegelenke, die Fingergelenke, die Hüften und die kleinen Wirbelgelenke. Epidemiologisch betrachtet ist die Arthrose das häufigste Gelenkleiden mit der größten Inzidenz zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter stark zu. Mit Ausnahme der Hüften überwiegen alle anderen Gelenklokalisationen bei Frauen. Die sozialmedizinischen Folgen der Arthrose sind beträchtlich. Wir unterscheiden primäre (idiopathische) und sekundäre Arthroseformen. Die Ursachen der primären Arthrose sind nicht eindeutig geklärt. Vermutlich handelt es sich um ein konstitutionell und/oder endokrin begünstigtes Aufbrauchleiden des Gelenkknorpels. Bei den sekundären Arthroseformen ist die Ursache hinreichend bekannt. Hier kommen angeborene Fehlstellungen, Entzündungen und Verletzungen im gelenknahen Bereich sowie wiederholte Überlastungen in Frage. Die primären Arthrosen betreffen häufig nur ein Gelenk (monartikulär), wohingegen die sekundären Arthrosen meist beide Gelenke betreffen. Ob sich ein kausaler Zusammenhang bzgl. der Genese einer Arthrose aufzeigen lässt oder nicht, ist von besonderer Bedeutung. Bei den sekundären Formen ist, aufgrund der bekannten Ursache, eine Intervention, konservativ / operativ, moderat erfolgversprechender, als bei den primären (idiopathischen) Formen. Dennoch kommen prinzipiell für beide Formen, die gleichen therapeutischen Empfehlungen in Frage.


Kurzübersicht über konservative Interventionen bei Arthroseerkrankungen

Bis heute gilt die Aussage von Hunter „der zerstörte Knorpel ist nicht reparabel“. Davon abgeleitet kann eine Therapie nur symptomlindernd sein, nicht aber eine Heilung versprechen. Die konservative Therapie hat einzig zum Ziel, das Fortschreiten der Arthrose zu bremsen. Andere Versprechen sind vor dem Hintergrund der heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse unhaltbar.

Physikalisch – physiotherapeutische Therapie
 

Sie hat zum Ziel, die Beschwerden zu lindern und eine mögliche Entzündung zu reduzieren. Hier finden sich Methoden der manuellen Medizin, zur Dehnung der schrumpfenden Gelenkkapsel, günstige Beeinflussung des Stoffwechsels sowie eine Kräftigung der gelenkumgebenden Muskulatur. Der Knorpelschaden bzw. die degenerativen Knorpelveränderungen selbst, werden mit diesen Mitteln nicht beeinflusst.

Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR)

Diese oral gegebenen Medikamente wirken schmerzlindernd und entzündungs-hemmend, und können z.T. mit schwachen Opioiden kombiniert werden. Diese Substanzen haben allerdings einen negativen Einfluss auf den Knorpel-stoffwechsel und sollten deshalb mit Zurückhaltung eingesetzt werden.

Glykosaminoglykane (GAG)

Glykosaminoglykane sind Bestandteil der Knorpelgrundsubstanz. In mehreren Studien konnte eine Verbesserung der Symptomatik gezeigt werden. Es gibt jedoch bislang keinen Nachweis einer strukturmodifizierenden Wirkung.

Steroide

Steroide (Cortisoninjektionen) kommen nur in fortgeschrittenen Stadien der Arthrose in Frage. Hintergrund ihres Einsatzes ist, eine mögliche Endoprothese hinauszuzögern. Vorsicht ist geboten, denn diese Therapie besitzt selbst einen knorpelschädigenden Effekt. Zudem besteht bei Injektionen in ein Gelenk (intraartikulär) immer die Gefahr einer Infektion mit bakteriellen Erregern, weshalb diese Therapie nur von Fachärzten durchgeführt werden sollte. Hierzu gibt es genaue rechtliche Bestimmungen und Vorschriften. Dieser therapeutische Eingriff trägt immer ein erhöhtes Risiko, kann aber dennoch angezeigt sein.

Hyaluronsäurepräparate

Die Hyaluronsäure ist der Hauptbestandteil der Gelenkflüssigekeit. Diese Therapie wird derzeit für 3 – 5 intraartikuläre Injektionen in wöchendlichem Abstand angeboten. Sie wirkt u.a. entzündungshemmend, birkt aber auch das Risiko eine Gelenkinfektion in sich.

IL 1 – Rezeptor Antagonist
 

IL 1 ist ein an der Entzündungsreaktion beteiligtes Zytokin, das durch Freisetzung von eiweißabbauenden Enzymen maßgeblich an der Knorpeldegeneration beteiligt ist. Dieses Therapiekonzept beruht auf der Neutralisierung dieser aggressiven Molekühle. Da ebenfalls intraartikulär appliziert, besteht auch hier die Gefahr einer Gelenkinfektion.

Pulsierende Signaltherapie (PST)

Die PST soll die körpereigenen Regenerationsprozesse aktivieren. Hierzu werden elektromagnetische Signale in den Knorpel gesendet. Bislang fehlt der eindeutige Nachweis einer strukturmodifizierenden Wirkung. Die Rechtfertigung für den verhältnismäßig hohen finanziellen Aufwand für den Patienten ist somit nicht gegeben (vgl. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 2003, S.72).

Allgemeine Maßnahmen

Zu den allgemeinen Maßnahmen zählen eine Gewichtsreduktion, Belastungs-optimierung sowie bestimmte Orthesen zur Stoßdämpfung.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß es ein breites, konservativ - therapeutisches Spektrum bei Arthroseerkrankungen gibt, jedoch keines dieser Verfahren bislang geeignet ist, um den degenerativen Abbauprozess zu stoppen. Allgemein hervorzuheben ist, daß der Erhalt der Funktion eines Gelenks besonderer Bedeutung zukommt und hieraus abgeleitet eine Forderung zur muskulären Stabilisation sowie zur Förderung der Mobilität erwächst. Bewegung in Maßen, kombiniert mit kräftigenden und dehnenden Elementen ist das Mittel der Wahl. In symptomatischen Phasen kann aber auch eine Mischung aus physikalisch / therapeutischen sowie medikamentösen Interventionen angezeigt sein.

 

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